Campaigning-Beispiele … Beispiel 1

Boxenstoppparcours

Spaß am Boxenstopp-Parcours in der Grundschule Datteln

Comiclesende Jungen

Comic lesen und anschließend Alt-Batterien richtig entsorgen

Ein fröhliches Kind

Comic und Batterietester: Darüber freuten sich Tausende von Schulkindern in NRW.

Eine Fee verleiht die EINS

Verleihung der EINS an lokalen Handel in Troisdorf

Kamerteam beim Interview

Ein Fernsehinterview mit den Protagonisten des »Boxenstopps«

Mach den Boxenstopp!

Der richtige Umgang mit Batterien und Akkus war bereits 2005 ein Themenschwerpunkt innerhalb des Projekts futureins. Im Jahr 2006 wurde das Thema erneut aufgegriffen und mit leicht veränderter Zielgruppendefinition angefasst.

Problemstellung

Kinder haben die Wahl: Gameboy, MP3-Player, Discman & Co. sind immer mehr dabei. Zuhause und unterwegs. Doch die Power schadet auf Dauer. Denn der Berg ausgepowerter Batterien und Akkus wächst pro Jahr auf über eine Milliarde und damit eine Unmenge giftiger Schwermetalle wie Cadmium, Quecksilber, Blei und Nickel. Besser man beachtet schon in jungen Jahren die bindende Batterieverordnung von 1998 und erhöht im Sinne der Nachhaltigkeit das Verantwortungsbewusstsein für eine umweltschonende Entsorgung.

Zusätzliches Ziel: Kindern und Eltern muss die Möglichkeit zur Rückgabe im Geschäft signalisiert und erleichtert werden. Hier sollten entsprechende Angebote des Handels den Verbrauchern entgegenkommen.

Zielsetzung

Die Aktion will mit der Aufforderung »Mach den Boxenstopp – Bring leere Batterien zurück« möglichst viele Verbraucher in NRW erreichen. Um auch die Rückgabesituation in den Geschäften zu verbessern, wendet sich futureins nicht nur an Kinder und Jugendliche und deren Eltern, sondern auch an den Handel.

Schülerinnen und Schüler erfahren in überraschenden Aktionen die Entsorgung der Energiespeicher nicht als lästige Pflicht, sondern als nachhaltige wie spannende Aufgabe.

  • Strategische Ziele
  • Schaffung von Aufmerksamkeit durch eine emotionale Zielgruppenansprache
  • Gewinn der Zustimmung für das Thema »Bring leere Batterien zurück«
  • Verhaltensänderung vom achtlosen Wegwerfen hin zur verantwortungsbewussten Batterierückgabe und -rücknahme
  • Verstärkte Batterie-Rücknahme des Handels
  • Schärfung des allgemeinen Bewusstseins für die Idee des Umweltgedankens und der Nachhaltigkeit
  • Verstärkte Einbindung von Kindern aus Migrantenfamilien

 

Kernzielgruppe

Hauptzielgruppe der Kampagne sind Kinder mit Migrationshintergrund und deren Eltern. Denn die sind oft mit den gesetzlichen Regeln und Kennzeichnungspflichten zum Umweltschutz nicht vertraut. In Geschäften bleibt ihnen die Bedeutung von Kennzeichnungen auf Produkten und Hinweisschildern häufig verschlossen.
Daher wird die erfolgreiche Aktion auf Freizeitveranstaltungen und an Grundschulen mit einem hohen Anteil an Kindern aus Migrantenfamilien fortgeführt.

Zielgruppenorientierung

Über die Auswahl der Schulen und Veranstaltungsorte sollen möglichst viele Kinder aus Migrantenfamilien erreicht werden. Geeignete Schulen werden mit Unterstützung der örtlichen Schulämter recherchiert.
Diese Schulen werden direkt angesprochen, über die Aktivitäten informiert und bei Interesse in die Boxenstopp-Tour eingeplant.
Die Freizeitaktionen konzentrieren sich auf Veranstaltungsorte in Städten und Gemeinden mit einem hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund.
Die lokale Vernetzung wird auf Ausländer- und Migrationsorganisationen ausgedehnt, die auf die jeweiligen Vor-Ort-Aktivitäten aufmerksam gemacht wurden.
Ein fünfsprachiger Elternbrief, der auf die Rücknahmemöglichkeiten im Handel hinweist und eine Abbildung der Sammelboxen im Handel enthält, ergänzen das Aktionsmaterial. Er wird mit dem Batterie-Tester und dem Comic abgegeben.

  • Ergebnisse
  • Über 2.300 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wurden über die Schulaktionen erreicht. Dies entspricht einer Gesamtquote von 42% aller teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.

 

Aufmerksamkeit erregen, Zustimmung finden, Nutzen geben

Mit Überraschungsaktionen werden Kinder an Orten angesprochen, an denen sie in großer Zahl anzutreffen sind. Auf NRW-Schulhöfen erleben die 8- bis 10-jährigen auf einem »Rennparcours«, dass Batterien in den Handel zurückgebracht werden müssen. Auf Festen und Veranstaltungen können sie an einer Wurfbox das Zurückgeben einüben. Das aktive Motto »Mach den Boxenstopp« geht auf die Welt der Kinder ein und zeigt ihnen, wie toll die Batterierückgabe ist.

Die Zustimmung, künftig Batterien sorgfältig zu entsorgen, dokumentieren die Kinder auf zwei Wegen. Beim Parcours durch die Aktionsteilnahme und Annahme des nützlichen Give Aways als Belohnung (ein Batterietester sowie ein Comic). Bei der Wurfbox durch ihre persönliche Unterschrift.

Mit der parallel verlaufenden Handelsaktion sollen Geschäfte motiviert werden, sich stärker als bisher für die Batterierücknahme einzusetzen. Wer dies vorbildlich macht, erhält als verdiente Anerkennung für sein vorbildliches Engagement die futureins-Nachhaltigkeits-EINS.

Comic

Zentrales Instrument zur Information der Kinder ist der Comic »Bat und Terri machen den Boxenstopp!« Hier werden die Kernbotschaften der Kampagne aufbereitet, und die zwei »Batterierückgabehelden« motivieren zur Rückgabe leerer Batterien und Akkus.

Schulaktion

Völlig unerwartet für die Schüler tauchen die Campaigner an der Grundschule auf. Schnell wird die bunt dekorierte Rennstrecke aufgebaut und die Campaigner laden die überraschten Kinder zum Mitmachen ein. Teams werden gebildet und nach dem Startsignal durch den Unterstützer geht's in die »Boxengasse« zum »Boxenstopp«. Hier müssen die Kinder zielsicher farbige Schaumstoffbatterien in die entsprechend farbige »Batt-Box« werden. Der Zieleinlauf beendet den Wettbewerb, die Auszählung der Treffer in die »Batt-Boxen« ermittelt den Sieger.

Verlierer gibt es nicht, denn jedes Kind erhält einen praktischen Batterietester. Wie er funktioniert und was die Rückgabe von leeren Batterien und Akkus für Mensch und Natur bedeutet, zeigt der Comic.

Alle Teams werden anschließend fotografiert. Die Teamfotos werden unter www.futureins.de veröffentlicht und sorgen für das lebhafte Interesse der ganzen Familie.

  • Ergebnisse
  • An 33 Grundschulen in NRW baute futureins den Rennparcours auf.
  • Über 5.500 Schüler absolvierten den Parcours und erhielten die Sammelbox, den Comic, den Batterietester und einen mehrsprachigen Elternbrief von den Campaignern.

 

Freizeitaktion

Auch auf öffentlichen Plätzen und Festen sorgt der »Boxenstopp« für brennendes Interesse. Blitzschnell ist die bunt dekorierte Boxengasse aufgebaut und lädt die Kinder zum Mitmachen ein. Sie werden vor die Aufgabe gestellt, Batteriemodelle aus einiger Entfernung in die übergroße Sammelbox zu werfen. So können die Kinder spielerisch das Abgeben von Alt-Energieträgern einüben.

Ihre Zustimmung, dass sie auch zukünftig Batterien und Akkus in die Sammelbox werfen wollen, wird direkt belohnt. Wenn sie ihre Unterschrift ins Sammelbuch eintragen, erhalten sie von den Campaignern den Batterietester, den Comic und den Elternbrief. Die Aktionsfotos werden auf der kodewortgesicherten www.futureins.de-Fotoseite eingestellt.

  • Ergebnisse
  • Auf 15 Veranstaltungen bauten die Campaigner die Boxengasse auf.
  • Fast 3.900 Kinder übten sich im Zielweitwurf.
  • Über 3.700 Mal geben die Mitspieler ihr »Ja« zur Batterierückgabe.

 

Handelsaktion

Mit »Wir sind dabei« sollen möglichst viele Geschäfte und Händler ihre Bereitschaft bekunden, auch in Zukunft mehr für die Batterie- und Akkurücknahme zu tun. Dafür sind die Campaigner unterwegs. Bei einem Besuch vor Ort prüfen sie das regionale Engagement und motivieren ihre Gesprächspartner, das Rücknahmeverhalten noch zu erhöhen.

Vorbildliches Verhalten wird mit der Nachhaltigkeits-EINS pressewirksam ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgt stets durch einen lokal bekannten Unterstützer und bedeutet nicht nur starke Presseresonanz, sondern auch die Aufnahme des Preisträgers in die Online-Händlerdatenbank von futureins.

  • Ergebnisse
  • Insgesamt wurden 535 Einzelhandelsgeschäfte in 44 Städten und Gemeinden in NRW besucht, um die Rücknahme von Batterien und Akkus zu checken.
  • 21 Einzelhandelsgeschäfte wurden für ihre beispielhafte Rücknahme leerer Batterien und Akkus belobigt.
  • 37 Geschäfte konnten neu in die Händlerdatenbank unter www.futureins.de aufgenommen werden.

 

Lokale Vernetzung

Mit einem Netzwerk aus lokalen Akteuren fördert die Kampagne den Austausch im Rahmen einer übergreifenden Kooperation.
Vor den Aktionen werden die Netzwerkpartner über die futureins-Aktivitäten genau informiert und zum Mitwirken eingeladen. Während der Aktionsreihe werden sie über aktuelle Entwicklungen unterrichtet. Ziel des Netzwerks ist die Nutzung von Synergien für die laufende Aktion und die weitere Verbreitung der Botschaft über die konkrete Aktion vor Ort hinaus.

  • Ergebnisse
  • 555 Netzwerkpartner wurden über die Aktivitäten der Kampagne futureins informiert. Dazu zählten die örtlichen Abfallämter und Entsorgungsgesellschaften genauso wie die Ortsgruppen des BUND und NABU sowie Ausländerbeiräte und Ansprechpartner für Migranten.

 

Zentrales Online-Campaigning

Unter www.futureins.de sind umfassende und anregende Hintergrundinformationen zur Batterierückgabe und -rücknahme zusammengestellt. Hier gibt es auch eine Zustimmerseite, auf der die Online-Besucher ihr Bekenntnis zur Nachhaltigkeit dokumentieren können. In einem Forum kann sich jeder zum Thema äußern, Fragen stellen und mitdiskutieren. Dazu gibt es Aktionsbanner, E-Cards, Spiele und Texte zum Downloaden.
Außerdem: Zahlreiche Produzenten, Händler und Initiativen, die sich in NRW für eine nachhaltige Entsorgung engagieren, sind in einer übersichtlichen Datenbank zu finden. So lässt sich das Versprechen, Batterien und Akkus sachgerecht zu entsorgen, im Alltag leichter einlösen.
 

Regionales Online-Campaigning

Regionale Internet-Präsentationen begleiten die örtlichen Aktionen der futureins-Aktionsreihe. Mit den Zustimmerfotos, Aktions-Schnappschüssen, der bebilderten Vorstellung von Unterstützern und vielen Hintergrundinformationen wird laufend über den Fortgang der Aktionen im regionalen Umfeld berichtet. Örtliche Aktionsteilnehmer, Netzwerkpartner und Unterstützer bereits stattgefundener Aktionen können so weiter teilhaben. Andere können sich auf die kommenden Aktivitäten vorbereiten und sich von den vorherigen anregen lassen.

Jede Verbraucheraktion oder EINS-Verleihung der Kampagne für sachgerechte Batterie-Entsorgung wird von den Campaignern in einem kurzen Online-Artikel beschrieben und dokumentiert. Sie dienen als Aufmacher und Informationsträger für persönliche Online-Kontakte zu Multiplikatoren, Interessengruppen, Unterstützern und potentiellen Zustimmern. Besonderheit: Die Campaigner erstellen Texte selbst!

Mit persönlichen Mails werden Online-Multiplikatoren direkt angesprochen und motiviert, futureins-Themen durch Artikel, Bilder oder Banner zu kommunizieren. Dazu kommt die Platzierung von Link- und Terminhinweisen in Foren und Gästebüchern.
 

Medienarbeit

Gezielte Medienarbeit sorgt für die Verbreitung der Kampagnenbotschaft durch örtliche und regionale Zeitungen, Radio- und Fernsehsender oder auch Online-Portale.
Für Hinweise auf kommende Aktionen werden die Medien zeitnah mit den wesentlichen Informationen zum Thema ausgestattet. Selbstverständlich erfolgt die persönliche Einladung der Medienvertreter zum Aktionsort, um eine möglichst intensive Berichterstattung zu forcieren.
Medien können zusätzlich den Medienservice im Online-Presseangebot der Kampagne auf futureins.de nutzen. So können auch Medienvertreter, die an den lokalen Aktionen nicht teilnehmen, alle relevanten Informationen einsehen und über die Kampagne für die Rückgabe von Batterien und Akkus berichten.

  • Ergebnisse
  • 152 Presseartikel (sowohl Print- als auch Online-Medien)
  • 4 Radioberichte
  • 3 Fernsehberichte

 

Schirmherrschaft

Die Idee stößt beim Umweltministerium NRW und bei der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS), einer Initiative der Batteriehersteller und -importeure, auf große Zustimmung. Der Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW, Eckhard Uhlenberg, der Vorstand der GRS, Dr. Jürgen Fricke und der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW übernehmen daher gemeinsam die Schirmherrschaft über die Aktionsreihe.
 

  • Zusammenfassung
  • Aktionszeitraum: Juli bis November 2006
  • Marktbegehung in 535 Geschäften und 44 Kommunen NRWs
  • 48 Aktionen für Kinder an Schulen und bei Veranstaltungen
  • Fast 10.000 Kinder wurden erreicht.
  • 65 Unterstützer konnten für die Kampagne gewonnen werden. Sie übergaben die Nachhaltigkeits-EINS an vorbildliche Einzelhandelsgeschäfte, schwenkten die Starterfahne bei den Schulaktionen oder warfen als Erste ein Batteriemodell in die Sammelbox.
  • Weit über 150 Presse- und Medienberichte wurden protokolliert.
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